Konzertbericht Alanis Morissette, Toronto, 15.10.12

Toronto, Canada, 15.Oktober 2012.

“Doors 7 p.m.”, steht auf der Karte. Um halb acht geht’s los – mit dem Rapper Souleye (Alanis’ Ehemann), als Support. Das Publikum ist überraschenderweise eher jung – und nutzt die 2 Stunden zwischen Support und dem eigentlichen Beginn des Konzerts zum Feiern. Eine Info, weshalb es nicht direkt weiter geht, gibt es nicht. Um zwanzig vor 10 geht’s dann endlich los – mit „I remain“, einem eher unbekannten Song vom „Prince of Persia“-Soundtrack. Der entschädigt schonmal teilweise. Die Band besteht endlich wieder aus hochkarätigen Musiker, die die Songs, die vor allem „Jagged little pill“ und dem im August erschienenen Album „Havoc and right lights“ entstammen, intelligent arrangiert haben – Bassist Cedric LeMoyne und Drummer Victor Indrizzio sind besonders hervorzuheben. Die Arrangements sind tanzbar und partytauglich, erinnern aber teilweise auch an Alanis’ „indische „Phase“, mit langen psychedelischen Intros und Zwischenparts.
Frau Morissette selbst klingt streckenweise leider etwas lustlos. Aber – im Gegensatz zum Konzert in Berlin im Juli, das nach einer Stunde schon vorbei war – gibt es 4 Zugaben, unter anderem „Not the doctor“, ein Song, den man nur ganz selten live hört, in einer fast „unplugged“-Version. Sehr schön. Es fällt nur schwer, das Ganze zu geniessen, denn inzwischen ist es kurz vor 12, und so langsam kann man kaum noch stehen.
Vielleicht sollte man einfach abwarten, bis Frau Morissette’s Sohnemann in der Schule ist und Mama wieder Zeit für ihren Beruf hat. Wer am 19.11. nach Düsseldorf zum Konzert geht, dem empfehle ich ausreichend Proviant und einen Klappstuhl.

Band

Julian Coryell – guitar
Michael Farrell – keyboards
Jason Orme – guitar
Cedric Lemoyne – bass guitar
Victor Indrizzo – drums

Setliste:

I Remain (Part 1)
Woman Down
All I Really Want
You Learn
Guardian
Perfect
Celebrity
Right Through You
So Pure
Ironic
Havoc
Head Over Feet
Lens
I Remain (Part 2)
Uninvited
You Oughta Know
Numb
Encore:
Not the Doctor
So Unsexy
Hand in My Pocket
Encore 2:
Thank U